Villages Écologiques

Wasserstelle in Bebaria. Hier wird das Volumenmesssystem angewendet. Ein Wassermeister verkauft Wasser für 5 Ariary (1 Schweizer Franken entspricht etwa 4.800 Ariary) pro Liter. Die Einnahmen dienen dazu, den Betrieb und die Wartung sicherzustellen. (Foto: Rahantanirina Espérance)

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Dörfer in unserer Zone pflegen trotz der grossen Distanzen einen Austausch untereinander und so wird auch jeweils schnell bekannt, wo wieder ein neues Wasser-Projekt vollendet wurde, und was es den Menschen bringt. So spornen sie sich gegenseitig an, sie können voneinander lernen und Erfahrungen austauschen.

Wenn eine Dorfgemeinschaft entschieden hat, dass ihr Dorf sich zu einem „Village Écologique“ entwickeln soll, und Taratra für die Unterstützung gewonnen hat, werden gemeinsam Ziele und Strategien festgelegt. Diese können beispielsweise so aussehen:

  • Versorgung mit Trinkwasser und begleitende Massnahmen (Hygiene, Umweltschutz).
  • Entwicklung von Techniken, welche die Versorgung mit Nahrung sichern und die Widerstandskraft der Bevölkerung gegenüber dem Klimawandel erhöhen (Verbesserung der Anbaumethoden) und die Gefahr von Hungersnöten mindern.
  • Wiederherstellung der Pflanzendecke
  • Weiterführung des anderswo bereits bewährten Konzepts „Village Écologique“
  • Einbezug der Frauen und der jungen Menschen in die Aktivitäten und die Entscheidungsfindung
  • Unterstützung von Kindergruppen als Übermittler des Gedankens der Nachhaltigkeit und als Akteure
  • Aufwertung der kleinen ländlichen Handwerksbetriebe
  • Ausrichtung auf die nationalen Strategien bzgl. WASH (Water access – Sanitation – Hygiene)

Der entscheidende Unterschied zum traditionellen Brunnen ist, dass hier eine viel grössere Menge Wasser gefördert wird, und entsprechend mehr Möglichkeiten zur Nutzung bestehen. Diese Menge Wasser kann nicht mehr im Handbetrieb gefördert werden. Nach ersten Versuchen mit Windrädern hat sich gezeigt, dass sich Solarpumpen besser eignen.

So werden grosse Reservoirs gefüllt und am gleichen Ort mehrere Zapfstellen erstellt, oder Wasserleitungen führen zu verschiedenen Zapfstellen in einzelnen Dorfteilen.

Auch hier werden die lokalen Initiativen zur nachhaltigen Wassernutzung unterstützt – zusätzlich werden zahlreiche begleitende Massnahmen getroffen.

Beispiel Ananavy Ankiliroa

Konkrete Beispiele aus dem Projekt in Ananavy Ankiliroa, das im Dezember 2023 abgeschlossen wurde:

  • 827 Dorfbewohner haben Zugang zu sauberem Trinkwasser. Eine Solarpumpe fördert das Wasser aus 35m Tiefe in ein grosses Reservoir, von wo aus 4 Zapfstellen bedient werden.
  • 524 Personen haben eine Waschgelegenheit für die Hände mit Wasser und Seife.
  • 464 Personen können Toiletten mit Wasser nutzen.
  • Die Schule hat eigene sanitäre Anlagen und instruiert die Schülerinnen und Schüler in allen Fragen der persönlichen Hygiene.
  • Die Bevölkerung zeigt bereits ein stark verbessertes Verhalten bzgl. Hygiene. Abfälle werden gesammelt und getrennt. Plastiksäcke sind verboten.
  • Ein System zur Bewässerung der Gemüsekulturen ist installiert.
  • Es wurden 500 junge Bäume gepflanzt. Bei der Gemeinde wurde angeregt, eine Baumschule zu erstellen, welche von Bewohnern des Dorfes betrieben würde.
  • 35 Dorfbewohner wurden im GAH-Ausbildungszentrum in Fragen des Gartenbaus geschult und geben ihr Wissen direkt weiter. Zahlreiche Familien wurden mit Saatgut und Geräten versorgt. Es sind auch „jardins en trou de serrure“ (keyhole gardens) geplant.
  • Da die nachhaltige Weiterentwicklung vor allem von der jungen Generation abhängt, wurde eine Gruppe von Kindern gebildet, welche für die Erhaltung der Errungenschaften sensibilisiert werden.

 

Für jedes Projekt „Village Écologique“, das eine Dorfgemeinschaft starten will, macht Taratra eine detaillierte Planung mit Budget. Der Antrag wird von GAH im Detail geprüft. Er enthält in der Regel folgende Elemente:

  • Beschreibung der Situation im jeweiligen Dorf und des Entscheidungsprozesses
  • Ziele und Strategien, die in diesem Dorf verfolgt werden sollen
  • Rahmenbedingungen für das Projekt
  • Geplante Massnahmen
  • Erwartete Resultate am Projektende
  • Projektorganisation
  • Budget
  • Planung der Aktivitäten und Kontrollpunkte mit Terminen

Auch Sie können den Süden Madagaskars durch Ihre Spende unterstützen:

  • Als Spenderin oder Spender können Sie sich mit einem Beitrag in beliebiger Höhe an der Realisierung eines Village Écologique beteiligen.
  • Für Firmen, Stiftungen oder Gemeinden besteht die Möglichkeit, ein Village Écologique vollständig zu finanzieren (ca. CHF 80'000).

Spenden mit Vermerk „Village Écologique“ werden im Rahmen der Jahresplanung für die entsprechenden Projekte verwendet

Jeder Tropfen zählt – jeder Beitrag wirkt.